Veränderungen durch die neuen ISO-Normen

Welche Normen wurden geändert?

 

ISO 3664:2009

Beschreibt das Normlicht wie es sich an Leitständen der Druckmaschinen und an der Abmusterungstischen in der Vorstufe befindet

ISO 5-:2009

Beschreibt die Dichtemessung und legt die Messbedingungen fest

ISO 13655:2009

Vorgaben für die spektrale Messung von Druckprodukten

ISO 12647-2:2013

Beschreibt die Parameter und Sollwerte für die Prozesskontrolle im Bogenoffsetdruck

ISO 12647:7:2013

Beschreibt die Herstellung und Beurteilung von Digitalproofs

 

Living PSO bei Peschke Druck

Im Dezember 2013 erschien die neue Fassung der ISO 12647-2 für den Offsetdruck. Diese neue Norm berücksichtigt die jüngsten Entwicklungen bei Messtechnik, Normlicht und beim Umgang mit optischen Aufhellern. Seit Anfang des Jahres sind entsprechende Substrate zum Beispiel von GMG zur Prooferstellung lieferbar, die Umsetzung der neuen ISO 12647-2 ist damit erfolgt. Der Offsetstandard ISO 12647-2 (51L + 52L) trägt den Entwicklungen und Erfahrungen der letzten Jahre Rechnung. So wurden beispielsweise die Tonwertkurven angepasst, da auf filmbasierte Abläufe und Plattenkopien keine Rücksicht mehr genommen werden muss. Die neu definierten Tonwertzunahmen entsprechen nun weitestgehend dem natürlichen Verhalten von Druckmaschinen mit linear belichteten CTP-Druckplatten. Bei der Prozesskalibrierung fallen notwendige Tonwertanpassungen im Mittel deutlich niedriger aus, was die Kalibrierung vereinfacht. Es ist jedoch nicht nur die ISO 12647-2, die sich ändert. Zum Tragen kommt durch die Neufassung unter anderem auch die neue Messbedingung M1. Die Messbedingung M1, bereits 2009 als ISO 13655 veröffentlicht, verwendet eine genauere D50-Nachstellung (insbesondere im UV-Bereich). Dadurch entspricht die Messung mit M1 mehr dem visuellen Eindruck. Ebenfalls 2009 wurden in ISO 3664 die Vorgaben für Normlicht angepasst. Unter anderem wurden die Vorgaben für den UV-Anteil genauer festgelegt. Heute verfügbare Normlichtlösungen sind zueinander deutlich besser an D50 angepasst, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Durch das Zusammenspiel der drei Normen ergibt sich eine insgesamt deutlich verbesserte Stimmigkeit. Ein Aufwand entsteht allerdings dadurch, dass aktuelle Messgeräte und Normlichtlösungen in der gesamten Prozesskette zum Einsatz kommen müssen. Bei Peschke Druck wurden bereits im Dezember 2014 sämtliche Leuchtmittel an allen Normlichtquellen (Leitstände Offset, Abstimmpult Repro) ausgetauscht und durch Just-Röhren ersetzt. Durch die Definierung des UV-Anteils der Leuchtmittel werden insbesondere die metameriebedingten Farbabweichungen bei Papieren mit einem hohen Anteil an optischen Aufhellern (PlanoJet, Heaven42, SplendorGel etc.) minimiert. In unserer Vorstufe ist bereits ein Workflow zur Erstellung von Proofs in der 51L/52L-Vorgabe installiert. Von GMG sind dazu neue Substrate entwickelt worden (GMG Semimatt 250g, OBA, GMG Matt 150g OBA). Der Offsetstandard ISO 12647-2 (51L + 52L) ist seit September 2015 veröffentlicht. Durch die PSO-Abnahme sind wir ab sofort dazu in der Lage, Daten, die in der 51L/52L-Vorgabe erstellt wurden, zu proofen und zu drucken. Durch die Umstellung von 39L auf 51L ergeben sich für die Druckdienstleister neue Herausforderungen. Wie stellen wir unseren Workflow auf die neue Norm ein/um? Es muss für eine Übergangszeit von mindestens zwei Jahren mit der Anlieferung von PDFs, die teils in der alten, teils in der neuen Norm vom Kunden erstellt werden, gerechnet werden. Ein zweigleisiger Workflow, bei dem in beiden Normen ausgegeben und gedruckt wird, dürfte sehr fehleranfällig und in der Praxis kaum durchzuführen sein. Die Lösung war hier die Einführung eines Colorservers. Der Colorserver kann unabhängig vom angelieferten Standard alle PDFs in den gewünschten Prozessstandard konvertieren. Seit der Zertifizierung produziert Peschke Druck nach dem neuen FOFRA-Standard, ist aber auch dazu in der Lage, "alte" 39L-Daten verlustfrei und ohne Farbverschiebung im neuen Standard zu produzieren. Ein weiterer Vorteil durch den Einsatz des Colorservers ist die Konvertierung von 39L-Daten für den PT5. Bisher wurden Jobs für ungestrichene Papiere in 39L geliefert und von uns lediglich mit der entsprechenden Harmonykurve ausgegeben. Die sich durch die erhöhte Tonwertzunahme ergebenen Farbverschiebungen mussten bei der Druckabstimmung ausgeglichen werden. Bei einer vorgeschalteten Konvertierung durch den Colorserver wird dieser Effekt verhindert und das Druckergebnis verbessert.

Qualitätssicherung Offset bei Peschke Druck 

Peschke produziert nach dem Grundsatz von "Living PSO" . Wir verstehen dies als täglich gelebtes Streben nach bestmöglicher Qualität. Eine jährliche Zertifizierung ersetzt nicht die ständige Selbstüberprüfung im Produktionsalltag. Bei Peschke wird beispielsweise jede Andruckform mit einem GrayCon L-Streifen mit dazugehörigem Messprotokoll erstellt. In der Auflagenproduktion wird in täglichen Stichproben sowohl die Qualität als auch die FOGRA-Konformität überprüft und protokolliert.