Achtung: Auf dem Papiermarkt brodelt es!

12. August 2021

Die Pandemie zeigt viele ihrer Auswirkungen erst mit Zeitverzögerung. Das trifft auch auf die Papierknappheit zu, die das Druckgewerbe inzwischen mit Vehemenz getroffen hat. Wie in jedem Wirtschaftskreislauf führt ein knappes Angebot zu höheren Preisen. Das ist momentan für das gesamte Druckerei-Gewerbe eingetreten. Die Papierpreise steigen, und das auch noch in den kommenden Monaten. Jetzt heißt es für Druckereien, vor allem Standard-Papiersorten in großen Mengen einzulagern. Und für Auftraggeber heißt es, Druckaufträge so frühzeitig wie möglich zu platzieren und flexibel bei der Wahl des Papiers zu sein.

Wer mit dem Begriffspaar Covid 19 und Papier konfrontiert wird, denkt vermutlich zunächst an das „Toilettenpapier-Phänomen“ – es gab Zeiten zu Beginn der Pandemie, da wurde beim Discounter Toilettenpapier von tapferen Marktmitarbeitern persönlich verteidigt und zugeteilt nach dem Motto: Jeder nur ein Paket. Während das so begehrte Toilettenpapier inzwischen wieder in Hülle und Fülle vorhanden ist, wird es auf dem Markt der grafischen Papiere eng, besonders betroffen sind Akzidenz-Druckereien, zu denen auch Peschke-Druck gehört.

Chefeinkäufer Sandro de Leonardis erklärt die Faktoren, die zu den hohen Papierpreisen geführt haben: „Vor der Pandemie hatten wir es mit einem Überangebot an Papier zu tun. Die Hersteller gaben für Rohware teilweise mehr aus, als sie mit dem Verkauf des fertigen Papiers erwirtschaften konnten. Das führte unter anderem dazu, dass eine der größten Papier-Maschinen Europas mit über einer Million Tonnen Papierausstoß pro Jahr inzwischen keine Konsum-Papiere mehr herstellt. Hinzu kommt der pandemiebedingt boomende Online-Handel mit einem deutlich gesteigerten Bedarf an Verpackungsmaterial. Dieser Trend führt dazu, dass auch Sekundärfasern, wie sie zur Herstellung von Recyclingpapier gebraucht werden, äußerst knapp geworden sind.“

Preise im Schnitt um 15 Prozent gestiegen, weitere Steigerungen angekündigt

Die Papierhersteller auf dem europäischen Markt machen genau das, was jeder Markteilnehmer in einer Situation tut, in der ein Unterangebot herrscht: Sie erhöhen die Preise und verlängern die Lieferzeiten. Nachdem die Preisrallye bereits im vergangenen Jahr begann, sind für die nächsten Monate weitere Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent angekündigt. Eine signifikante Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Und betroffen sind gleichermaßen alle Druckereien und natürlich auch alle Kunden, die Druckaufträge planen: An günstiges Papier kommt zurzeit niemand.

Weitsichtig planen und Lagerkapazitäten erhöhen

Wir bei Peschke-Druck haben weitsichtig auf den Papiermarkt und die Preisentwicklung reagiert. Zu unseren Maßnahmen gehört zum einen die Erhöhung unserer Lagerkapazitäten. Dadurch können wir bei einem attraktiven Preis größere Mengen einkaufen und so die Preisspitzen abfedern. Darüber hinaus beziehen wir unsere Kunden in die Beschaffung mit ein, indem wir Druckprojekte frühzeitiger planen, um die notwendigen Papiermengen ohne allzu großen Zeitdruck einkaufen zu können. Diese höhere Planungssicherheit ermöglicht es uns, trotz angespannten Papiermarkts weiterhin Premium-Qualität zu attraktiven Preisen zu bieten. Es besteht also alles andere als Grund zur langfristigen Beunruhigung. Denn aus unserer Erfahrung wissen wir, dass auf jeden Preisaufschwung wieder eine Periode folgt, in der die Preise sich normalisieren oder fallen – dies wird aber noch mehrere Monate dauern.

Für den Moment können wir allerdings nur appellieren, Druckaufträge so früh wie möglich zu platzieren, das ist der beste Weg, Engpässe zu vermeiden.